Der Bogen als Lern- und Erfahrungsinstrument – Gastbeitrag von Annette Birkholz

Wir bei Baum & Bogen schauen gern über den Tellerrand hinaus und lernen andere Bogenbauer und Bogenfreunde kennen. Vernetzen, teilen, Freunde finden – das ist unser Anliegen dabei.  Heute schreibt unsere geschätzte Kollegin Annette Birkholz über ihren Bogenweg und wie sie aus der persönlichen Begeisterung für den Bogen einen Beruf und eine Berufung machte. Innerhalb der letzten 10 Jahre baute sie die Bogenakademie auf, die namhafte Unternehmen berät und bei Veränderungsprozessen begleitet – auf der Basis von faszinierenden, von ihr selbst entwickelten Coaching-Methodiken rund um den Bogen.  Wie meine Leidenschaft zum Beruf wurde Ein Gastbeitrag von Annette Birkholz für unsere Reihe „Mein Bogen und Ich“ Wer hätte gedacht, wie der Tag der langen Stadtnatur vor 10 Jahren mein Leben (als Inhaberin einer Agentur für besondere TeamErlebnisse) verändern würde: Als ich damals den Flitzebogenkurs entdeckte, meldete ich meinen Sohn und mich sofort an. Am Berliner Nöldnerplatz fanden wir dann tatsächlich den Zugang zu dem zugewucherten ehemaligen Bahngelände, schlugen uns durch das Gestrüpp entlang des Bahndamms und standen dann urplötzlich auf einem von Lokschuppen umgebenen Platz. Vor uns eine Gruppe von Menschen, die einem jungen Mann andächtig lauschten, der ein Stück Holz in den Händen hielt.     „Beim Spannen des Bogens ergriffen mich Aufregung, Herzklopfen, Spüren pur.“ Der junge Mann war Gerhard Wiedemann, ein Bogenbauer, der seinen Besuchern gerade erklärte, wie aus einem Stück Holz – dem Rohling – ein Bogen wird. Im Anschluss lud er uns ein, auf dem ehemaligen Rangiergelände Pfeil und Bogen auszuprobieren. Und da geschah genau das mit … Weiterlesen

Die Mutter aller (meiner) Bögen – Gastbeitrag von Bogenbauer Claus Dueck

Wir bei Baum & Bogen schauen gern über den Tellerrand hinaus und lernen andere Bogenbauer und Bogenfreunde kennen. Vernetzen, teilen, Freunde finden – das ist unser Anliegen dabei.  Kürzlich hatte ich – Thomas – die Freude, den Bogenbauer-Kollegen Claus Dueck kennenzulernen. An einem sonnigen Oktober-Nachmittag besuchte ich ihn auf seinem Hof bei Melle im Osnabrücker Land. Dort bietet er seine Bogenbaukurse an – begleitet von kulinarischen Köstlichkeiten, die seine Frau zaubert. Leider sind aber die Bogenbaukurse von Claus eine exklusive und rare Angelegenheit, denn als Nebenerwerbs-Bogenbauer ist die Anzahl seiner Kurse limitiert – und sie finden zudem noch mit kleiner Teilnehmerzahl statt. Ein Glückspilz also, wer mit Claus einen Bogen bauen darf 😉 Claus und ich fachsimpelten über Bogenhölzer, Kooperation und andere Themen und schossen dann ein paar Pfeile gemeinsam. Zum Abschluss versprach  Claus mir, die Geschichte seines ersten Osage-Bogens zu erzählen (den ihr auf dem Bild auch seht – es ist der dunklere). Und hier ist sie. 

Ein ganz besonderer gewöhnlicher Bogen. Thomas und sein Rattanbogen.

Für unsere neue Reihe „Mein Bogen und ich“, bei wir Eure Lieblingsbögen vorstellen, will ich, Thomas,  hier den Aufschlag machen und Euch meinen liebsten Bogen vorstellen. Wobei ich gemerkt habe, dass die Entscheidung gar nicht so einfach ist, wenn man – wie wahrscheinlich viele von Euch – mehr als einen Bogen besitzt. Drei Bögen besitze ich. Alle selbst gefertigt. Und jeder von ihnen mit einer ganz eigenen Geschichte, die mich mit dem Bogen verbindet. Für meinen ersten Bogen wählte ich damals Esche als das Bogenholz meiner Wahl. Es war eine besondere Erfahrung, stunden- und tagelang mit großer Sorgfalt das Holz zu bearbeiten, das Frühholz vom Spätholz zu trennen, den Wuchs des Stammes zu beachten, mich immer näher an das Ziel heranzutasten. Das Ergebnis machte mich stolz und sehr zufrieden, und der Bogen half mir in der Folgezeit, Erfahrungen zu sammeln, meinen eigenen Stil zu finden. Diese Geschichte verbindet uns.